Unser Gartenprojekt

Donnerstag, 30.04.2015

Die Große Regenzeit hat nun endlich das Klima herabgesetzt und das ganze Kisekibaha ist in ein Meer von frischem Grün verwandelt worden. Jeden Morgen wenn ich zur Schule laufe, kann ich mir kaum vorstellen, dass noch vor wenigen Wochen hier die reinste Trockenheit herrschte.

Nun strömen die Dorfbewohner Scharenweise auf die Felder um ihren Lebensunterhalt zu sichern. Die Feld- und Gartensaison wurde nun also eröffnet.

Bereits zu Beginn meines Freiwilligendienstes wollte ich zusammen mit meinen Massai-Mädchen einen Gemüsegarten anpflanzen, doch damals riet mir jeder davon ab, denn die Trockenzeit würde alles zunichtemachen. Diesen Rat habe ich befolgt, doch nun konnten wir vergangene Woche endlich beginnen.

Massai-Frauen haben mit Ausnahme der Hausarbeit und Kindererziehung keine weiteren Aufgaben, vor allem keine mit der sie Geld für ihre Familie verdienen können. In diesem Punkt sind sie ganz und gar von ihren Männern abhängig, die oftmals eher weniger für ihre Frauen und Kinder, sondern viel mehr für ihre Kühe übrig haben. Durch mein Gartenprojekt möchte ich bereits den noch so jungen Mädchen beibringen, wie man eigenes Obst und Gemüse anbaut und nach der Ernte auch verarbeitet.

In Tansania heißt Feld- bzw. Gartenarbeit reine Muskelarbeit, so zogen wir also mit unseren Hacken in den Garten um erst einmal den Boden zu lockern. Selbst die Kleinsten von ihnen waren hellauf begeistert und halfen voller Tatendrang mit.

Nach zwei Nachmittagen, kam nun endlich der angenehmere Teil: DasEinsäen“. Hierbei konnten natürlich nicht alle mithelfen, denn 23 Personen in einem kleinen Garten sind deutlich zu viele und wären nur hinderlich. Zuerst suchten die Mädchen sich aus, was sie denn gerne später einmal essen möchten. Zu meinem Erstaunen waren sie sich sehr schnell einig und jeder übernahm die Verantwortung über ein kleines Fleckchen im Garten, was sie anpflanzen durften. Wenn es nach den Mädchen gegangen wäre, hätte keine 30Sekunden später bereits die fertige Pflanze dastehen sollen. Doch wie es auch meine Großmutter mit mir immer gemacht hat, steckten wir die Bildchen mit kleinen Stöckchen in die Erde (wir wollten ja auch wissen, was wir an welcher Stelle angesät haben), weshalb es danach doch nicht ganz so trist aussah.

Jeden Tag schauen die Mädchen gespannt nach, ob sich denn schon etwas im Garten tut. Tatsächlich nach nun gerade einmal einer Woche, zeigen sich schon die ersten kleinen Pflänzchen heraus aus der tiefbraunen Erde. Wenn es doch wirklich hier so schnell geht können wir hoffentlich noch vor meiner Abreise nach Deutschland, die nun immer näher und näher rückt, unser Gemüse ernten und vielleicht auch das ein oder andere deutsche Gericht zu kochen.

       Nun müssen wir nur noch warten